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Tolle Chance für vier junge Künstler – DerWesten.de 21.11.2010

Von Monika Salzmann

Lüdenscheid. In feierlichem Rahmen verlieh die Märkische Kulturkonferenz (MKK) gestern im Kulturhaus ihre Stipendien in den Sparten Bildende Kunst, Musik und Literatur.

Zahlreiche Gäste begrüßte Ulrich Frenschkowski, 1. Vorsitzender der MKK, bei der literarisch und musikalisch von den Preisträgern umrahmten Feierstunde im Roten Saal. Sprecher der Auswahlgremien nahmen die Verleihung der jeweils mit 12 000 Euro dotierten Stipendien an Fabian Müller (Musik), Verena Roßbacher (Literatur) und Anna Mirbach (Bildende Kunst), deren Arbeiten ausgestellt waren, vor . Moritz Liebig erhielt den officeXperts Kunstaward. Eine organisatorische Umstrukturierung der MKK kündigte Ulrich Frenschkowski in seiner Begrüßung an. Ab 2011 stelle sich die MKK mit Dr. Susanne Conzen als neue Geschäftsführerin organisatorisch auf eigene Füße. An Christa Reinbothe und Martina Kretschmer (Märkischer Kreis) ging sein Dank für langjährige Zusammenarbeit. Näheres zum neuen Weg, den die MKK beschreitet, soll es am 8. Dezember auf einer Pressekonferenz geben.

Kostproben

Eine junge Künstlerin, die „mit ihren Arbeiten den Status sowohl traditioneller als auch konzeptorientierter bildhauerischer Positionen“ hinterfragt, stellte Dr. Susanne Conzen den Besuchern in Anna Mirbach vor. Sie bediene sich „außergewöhnlicher gestalterischer Prozesse, die konsequent die singuläre Arbeit in den Mittelpunkt stellen.“ Kostproben ihrer Fabulierlust gab Verena Roßbacher, für die Thomas Brenck die Laudatio hielt. Auf die Gegenwartsliteratur im Allgemeinen und Roßbachers Roman „Verlangen nach Drachen“, aus dessen 6. Kapitel die gebürtige Österreicherin las, ging er ein. „Sie verfügt über Phantasie und Humor. Ihre Figuren handeln wie auf einer Bühne, plastisch und unmittelbar „, hieß es in der Urkunde, die er verlas. In Lesungen tatsächliche Gegenwartsliteratur zu Gehör zu bringen, stellte er als wichtige Aufgabe heraus . Einen Virtuosen, dessen Spiel sich durch immensen Farbenreichtum auszeichnet, lernten die Zuhörer in Fabian Müller (Klavier) kennen. Lobeshymnen, die Wolf Harden anstimmte, untermauerte der junge Pianist eindrucksvoll mit vollendeten Interpretationen von Frederic Chopins „Nocturne in cis-Moll op. 27 No.1“ und György Ligetis „Etüde L‘escalier du diable“, die einem wahren Teufelsritt über die Tasten gleichkam. Seine manuellen Möglichkeiten setze Fabian Müller nie effektheischend in den Vordergrund, sondern „stets erkennbar für die Gestaltung musikalischer Abläufe und Stimmungen ein.“